Wer kennt ihn nicht, den fleischgewordenen Alptraum 
aller rechtschaffenen Drachensteigenlasser?!
Die Rede ist von einem 
Zeitgenossen namens Drachen-Depp, Himmels-Hirni, Wiesen-Wutz oder Rasen-Rambo und seinem ausgesprochen merkwürdigem Treiben:
 
 
Als geborener Drachenpilot hat er es nicht nötig, sein Fluggerät vor jedem Start zu überprüfen. Unstimmigkeiten am Drachen erkennt er an der Heftigkeit des Crash und dem Ausmaß des dabei angerichteten Schadens. Besonders neue und unerprobte Drachen bieten ihm hier ein weites Betätigungsfeld.

Auf das Kennzeichnen der Leinen seiner Standdrachen mittels Nylon oder bunter Fähnchen verzichtet er großzügig, um den Erlebniswert eines Tages auf der Drachenwiese nicht unnötig zu schmälern. Denn was gibt es aufregenderes, als in vollem Lauf mit dem Ohr in einer straff gespannten Drachenleine hängen zu bleiben.

Gerne legt oder spannt er seine Leinen über Wege, um damit Spaziergänger und Fahradfahrer abrupt zu stoppen und ihnen Gelegenheit zu bieten, seine Drachen aus der Froschperspektive zu bewundern.

Da Drachenfliegen ein geselliges Hobby ist, fliegt er nicht dort, wo Platz ist, sondern drängt sich beherzt dazwischen, auch wenn dies eine gewisse hektische Betriebsamkeit bei den anderen Piloten auslöst. Falls in der entstehenden Hektik,  natürlich durch die Unachtsamkeit der Anderen, deren und sein Drachen abstürzen, erwirbt er sich beim Neustart zusätzliche Sympathien, indem er seine Leinen über bereits vorhandene auslegt oder diese beim Darüberlaufen neu sortiert.

Falls er mit seiner Leine einen anderen Drachen abschneidet, tut er entweder so, als hätte er es nicht bemerkt oder er geht in die Offensive und macht dem Anderen lautstark klar, daß dieser seine Polyesterschnur gefälligst aus dem Wirkungsbereich der Kevlarleine des Meisters herauszuhalten habe. Für grundsätzlich falsch hält er es, sich zu entschuldigen oder die Angelegenheit im ruhigen Gespräch zu klären, könnte ihm doch ein solches Verhalten als mangelndes Selbstbewußtsein ausgelegt werden.

Sehr beliebt macht er sich bei Einleiner-Piloten, indem er mit seinem Lenkdrachen zwischen ihren Leinen herumfliegt. Denn so können sie durch kurze, schnelle Schnitte seiner Leinen die wichtige Erfahrung machen, daß ihre Drachen nicht nur hoch, sondern auch sehr weit fliegen können.
Seinen Drachen startet oder landet er gezielt immer dann, wenn sich Zuschauer oder Spaziergänger in dessen unmittelbarer Reichweite befinden. Schließlich will er auf unser schönes Hobby aufmerksam machen - und was wäre besser dafür geeignet, als die Sirene eines Notarztwagens.

Um die ganze Bandbreite seines Könnens zu demonstrieren, fliegt er mit seinem Lenkdrachen immer dicht über den Köpfen der Zuschauer. Sie kennen ja nicht die Gefahr böser Schnittverletzungen durch Lenkdrachenleinen und bleiben arglos stehen, bis der Notarzt kommt.

Durch das Fliegen in unmittelbarer Nähe von Flughäfen sorgt er für Kurzweil im Flugbetrieb. Jede Cockpit-Crew ist hellauf begeistert davon, während des Landeanflugs die außergewöhnlichen Applikationen auf seinem, vor der Cockpitscheibe klebendem, Drachen einmal in Ruhe aus allernächster Nähe bewundern zu können.

Um auch z.B. UL-Fliegern fernab von Flughäfen den hautnahen Kontakt zu seinen Drachen nicht vorzuenthalten, benutzt er prinzipiell Drachenleinen, die wesentlich länger sind als die zulässigen 100m.

Durch das Fliegen in Natur- und Vogelschutzgebieten verhilft er den Vögeln zu mehr Lebensqualität, indem er sie veranlaßt, den Brutvorgang abzubrechen und ihnen somit die spätere, lästige Aufzucht der Jungvögel erspart.

Jeder Landwirt ist ihm dankbar, wenn er seine Pferde, Schafe oder Kühe mit seinem Drachen in Panik versetzt und somit die Spreu vom Weizen trennt. Denn ein Tier, das wegen einem Drachen gleich einen Herzanfall erleidet, wäre für die Zucht ohnehin nicht zu gebrauchen.

Als aufgeklärter Mensch weiß er natürlich um das ständige Wachsen der Müllprobleme. Was liegt also näher, als Leinenreste, Plastiktüten etc. auf der Wiese zurückzulassen, wo sie irgendwann von einer Kuh gefressen werden. Damit ist das Problem erledigt, die Kuh wahrscheinlich auch.

Er ist ständig auf der Suche nach dem alternativen Kick, selbst die Überlebenschancen beim S-Bahn-Surfen erscheinen ihm noch zu hoch. Beim  Fliegen in der Nähe von Stromleitungen, Straßen, Gleiskörpern etc. verschafft er sich absolute Lebensgefahr hautnah, in der Regel allerdings nur einmal. Seine letzten Worte: "Bo ey, voll geil so`n Gewitter! 
Total cool, wenn der Drachen so vom Blitz..
 

Besser is' das so:

Sicherheitsregeln des 
DRACHEN-CLUB-DEUTSCHLAND e.V  (DCD)

Fliege nur dort, wo Menschen und Umwelt nicht gefährdet werden. 
Fliege nur bei Windstärken, bei denen  Du Deine Drachen noch voll unter Kontrolle hast. 

Ein guter Drachenpilot überprüft sein Fluggerät vor jedem neuen Start. Besondere Vorsicht ist bei neuen und unerprobten Drachen geboten. 
Die Leinen, stehender Drachen sollten mit Nylon, oder anderen bunten Fähnchen, in Augenhöhe gekennzeichnet sein. Am besten an mehreren Stellen kennzeichnen. 

Leinen nicht über Wege legen oder überfliegen. Es könnten Spaziergänger und Fahrradfahrer gefährdet werden. 

Mit Lenkdrachen nie in der Nähe feststehender Drachen fliegen. 
Bei Leinenschnltt auf den betroffenen Piloten zugehen, sich entschuldigen und die Sache im ruhigen Gespräch klären. 

Stark gespannte Leinen (Kevlar u.a.) können böse Schnittwunden verursachen. Die Zuschauer ahnen nichts von dieser Gefahr. Deshalb nie über die Köpfe von Mensch und Tier fliegen !!! 

Sicherheitsabstand von Zuschauern und anderen Drachenpiloten einhalten!!! 
Bereits beflogene Plätze respektieren und nicht mit Drachen und Schnüren über bereits ausgelegte Schnüre laufen. 

Drachen nicht starten oder landen wenn sich noch Zuschauer in der Reichweite des Drachens befinden. 

Nie in der Nähe von Stromleitungen, Straßen, Gleiskörpern etc. fliegen. Es besteht Lebensgefahr.

Eine Leine, die über Stromleitungen liegt nie berühren. Auch feuchter Kunststoff kann Strom leiten!!! 

Im Umkreis von Flughäfen (meist 3 km Radius) ist das Fliegen grundsätzlich untersagt! 

Keine Drachen bei Gewitter fliegen!!! 

Mit Ausnahme von einigen Städten ist max. 100 m Leinenlänge (nicht Höhe über Grund) erlaubt. 

Das Fliegen in Natur- und Vogelschutzgebieten ist untersagt!!! Brütende Vögel können gestört werden. 

Bei Pferden, Schafen und anderen Tieren können Drachen Panik auslösen. 

Keine Bäume oder Sträucher als Bodenanker mißbrauchen. 

Keinen Abfall zurücklassen!!! 

Zuschauer sollten den Flugbereich meiden und nicht unter fliegenden Drachen spazierengehen, sprechen Sie sich mit dem Piloten ab, wenn Sie eine Wiese überqueren wollen, oder sich einen derDrachen genauer anschauen möchten.